Soziale Phobie - mehr als nur schüchtern

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Wenn zwischenmenschliche Kontakte zum Albtraum werden

“Die ist halt schüchtern”, “das wächst sich mit der Zeit aus”, “die muss halt nur mehr aus sich rauskommen”…

Sätze, die Menschen mit sozialer Phobie meist schon öfter im Leben gehört haben, entweder durch Eltern, Freunde oder Lehrer. Sie sind nur allesamt wenig hilfreich! Denn: Sozialphobie ist mehr als “nur” Schüchternheit! Es ist eine Angst, die weitreichende Folgen für die Zukunft haben kann und das Leben ungemein einschränkt.

Symptome bei sozialer Angst

Jeder war schon einmal in einer sozialen Situation, in der er sich unwohl gefühlt hat. Bei der sozialen Phobie geht das Empfinden aber deutlich über normale Unsicherheit hinaus. Menschen mit sozialen Ängsten haben oft permanent das Gefühl, sie könnten sich peinlich oder unangemessen verhalten und auf Ablehnung zu stoßen. Oft werden diese Empfindungen begleitet von körperlichen Symptomen, wie Schwitzen, Zittern, Erröten, Schwindel, Herzrasen oder Übelkeit. Alles andere als angenehm. 

Ursachen und Symptome bei sozialer Angst

Der Grundstein für die soziale Phobie wird meist schon früh gelegt. So wird vermutet, dass Erziehungsstile (z.B. Überbehütung oder übermäßige Kritik seitens des Elternhauses), Lern- und Lebenserfahrungen (Hänseln, Ablehnung), ebenso wie eine genetische Veranlagung für die Erkrankung eine Rolle spielen können. Die soziale Phobie ist aber keinesfalls ein Verhaltensmuster, mit dem man leben muss. Tatsächlich gibt es viele gute und hilfreiche Interventionen, um die angstbesetzten Verhaltensmuster aufzulösen. In der kognitiven Verhaltenstherapie setzt man hier vor allem an den negativen Überzeugungen an, hinterfragt diese kritisch und baut diese Schritt für Schritt ab. Langfristig geht es bei einer Therapie immer um die Aufgabe von Vermeidungsverhalten. Zu typischem Vermeidungsstrategien bei sozialer Phobie gehören beispielsweise: Im Abseits stehen und die Vermeidung mit fremden Menschen in Kontakt zu treten bzw. ein Gespräch anzufangen, telefonieren, fremde Menschen um etwas bitten oder sie etwas fragen, Autofahren, alleine irgendwohin gehen (Supermarkt, Café, Party), seine Meinung frei äußern, in irgendeiner Form negativ aufzufallen. Grundbefürchtung sozial ängstlicher Menschen ist es vom Gegenüber abgelehnt oder kritisiert zu werden. Aus dieser Furcht heraus resultiert schließlich das ausgeprägte Vermeidungsverhalten, immer mit dem Ziel: Bloß nicht auffallen!

Folgen von sozialer Phobie

Bei besonders ausgeprägten sozialen Ängsten mündet das antrainierte Vermeidungsverhalten vielfach in sozialer Isolation. Deshalb ist es auch nicht ungewöhnlich, dass sich zusätzlich zu den Ängsten noch eine Depression entwickelt. Eine weitere Folge von sozialen Ängsten kann ebenfalls sein, dass man Jobs unterhalb seiner eigenen intellektuellen Fähigkeiten und den eigenen Fähigkeiten auswählt, nur um im Hintergrund bleiben zu können und so wenig wie möglich mit sozial herausfordernden Situationen konfrontiert zu werden. Statt Anwalt*in oder Arzt/Ärztin werden Betroffene lieber Anwaltsgehilfin oder Laborantin. Auch die Partnerwahl gestaltet sich oftmals schwierig. Denn: Wie soll man jemanden kennenlernen, wenn man Partys, Bars und Co. eher meidet und sich nicht traut, jemandem in die Augen zu schauen?!

Soziale Phobie Behandlung

Es gibt tausend gute Gründe um sich seinen Ängsten zu stellen. Der Wichtigste ist in meine  Augen jedoch: Freiheit zu erlangen und alle Dinge tun zu können, auf die man Lust hat. Spontan und ohne Einschränkungen! Und, ja! Soziale Angst ist verlernbar. Eine großangelegte Studie, die vom Forschungsverbund SOPHO-NET durchgeführt wurde, zeigte einer deutliche Besserung der Angstsymptome, auch noch zwei Jahre nach Beendigung der Studie.

Mehr Infos zu Ängsten findest du auch hier…

Typische Denkmuster bei sozialer Phobie

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Der andere findet mich peinlich

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Ich habe Angst zu erröten

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Ich bin lächerlich

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Die anderen werden mich nicht mögen

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Vielleicht denken sie, ich sei dumm

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Ich bin langweilig

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Ich werde mich vor Aufregung verhaspeln

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Ich werde kein Wort herausbringen

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Meine Unsicherheit sieht man mir an

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Ich werde bestimmt stottern

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Ich bin anders als die anderen

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Ich bin etwas merkwürdig

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Keiner versteht mich, wenn ich rede

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Aus meinem Mund kommt bestimmt nur Quatsch raus

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Ich werde bestimmt gleich etwas fallen lassen

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Ich werde wieder zittern

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Vielleicht denken die anderen, ich sei unsympathisch

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